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Warum wir uns im Lobpreis wiederholen



Rein menschlich betrachtet kann es schon eigenartig wirken: Wir singen ein Lied im Lobpreis, möglicherweise auch einen spontanen Text, ein prophetisches Lied (Was ist das?) und bleiben auf derselben Phrase zwei, fünf, zehn Minuten lang. Der Intellekt könnte sich hier zu Wort melden und sagen: ‚Jetzt haben wir es doch genug gesungen. Können wir nicht etwas Neues singen, das wäre doch reizvoller. Oder ist Gott etwa schwerhörig?’


Nein, Gott muss nicht durch unser eindringliches Singen geweckt oder überzeugt werden. Und nein, wir singen uns nicht in Trance und wir wiederholen uns nicht, weil uns nichts besseres einfällt :) Es gibt einen Grund, warum wir den Text, den Chorus, die Phrase wiederholen und der ist folgender:


Was im Lobpreis geschieht hat mehr mit unserem Geist zu tun als mit unserem Verstand.

Unser Geist ist derjenige, der wiedergeborgen ist, komplett geheiligt und der die Verbindung zum Vater genießt. Er liebt es anzubeten. Er liebt es ihn zu erheben und er könnte es den ganzen Tag tun. Jesus selbst hat gesagt, dass wir den Vater im Geist und in der Wahrheit anbeten müssen.


Nun bestehen wir aber nicht nur aus Geist, sondern auch aus Seele und Leib. Die Seele, das sind unser Verstand, unser Wille und unsere Emotionen. Seele und Körper nennt die Bibel unser Fleisch. Das Fleisch steht von Natur aus gegen das, was der Geist will. Unser Ziel als Gläubige ist es nun, unsere Gedanken erneuern zu lassen, damit Seele und Körper in Einklang mit unserem Geist, der mit dem Heiligen Geist erfüllt ist, kommen. Die Bibel nennt das Heiligung und in diesem Prozess befinden wir uns alle.


Ok, zurück zum Thema: Wenn wir einen Satz wiederholen, zum Beispiel „Du bist unser König, Jesus“,

dann passiert mit jeder Wiederholung etwas im Geist, das uns tiefer in seine Wahrheit hineinführt.

Man könnte es mit Tauchen vergleichen. Wenn ich Tauchzüge mache, dann denke ich mir ja auch nicht: "Oh Mann, jetzt mache ich schon wieder den gleichen Armzug, langsam wird’s langweilig.“ Nein, der Tauchzug dient dem Tiefergehen und das gilt gleichermaßen für Lobpreis. Wir gehen tiefer in die geistliche Realität hinein, dass Jesus unser König ist und setzen mit jedem Mal des Singens etwas in der natürlichen und übernatürlichen Welt frei.


Die Bibel berichtet, dass um den Thron Gottes Engel und andere Wesen sind, die Tag und Nacht zu ihm „Heilig, heilig, heilig!“ rufen. Es wird ihnen nicht zu viel. Wie wird es uns einmal im Himmel gehen, wenn wir den anschauen, der das Leben, die Liebe, die Wahrheit, das Licht ist? Ich denke wir werden mit jedem Moment erneut Offenbarung über seine Güte und seine Herrlichkeit bekommen, sodass wir überfließen von Staunen und Ehrfurcht. Wir werden gar nicht wissen wohin mit unserem Lob, weil die Realisierung und das ungetrübte Erleben seiner Majestät unser Sein durchflutet.


Siebenmal am Tag, sagt der Schreiber des Psalms 119, möchte er den Herrn für seine Rechtsordnungen preisen. Gottes Lob soll ständig in seinem Mund sein, schreibt David in Psalm 34. Ohne Unterlass sollen wir beten und Gott danken, heißt es im ersten Thessalonicherbrief. Wie ist das möglich? Im Geist ist es möglich!


Was passiert also, wenn wir uns wiederholen? Es hilft uns unsere Aufmerksamkeit für eine Weile weg von „der nächsten Zeile auf der Leinwand“ zu nehmen.

Es lässt uns die Augen schließen und hineingehen in das Wort, das wir singen, bis es in uns lebendig wird. Und es lässt uns als Gemeinschaft nach und nach zu einer Einheit werden, bis hoffentlich jeder angekommen ist.

Ich spüre beim Lobpreisleiten oft eine Art „Build up“. Ich nehme wahr, wie die Flut im Geist steigt und dass wir etwas verpassen würden, wenn wir einfach in der Setliste weiter eilen. Mein Gebet soll sein wie das von Mose damals auf dem Sinai: „Herr, wenn du nicht mitgehst, dann führe uns nicht fort von hier.“


Wenn du Lobpreis leitest, möchte ich dich ermutigen, dass du wenn du Salbung auf einem Anbetungsteil spürst, noch ein wenig verweilst. Das muss nicht bei jedem Lied oder Moment der Fall sein. Aber es ist so lohnenswert, wenn wir die Akzente, die der Herr setzt, erkennen und dranbleiben, bis die Atmosphäre des Himmels überschwappt. Bist du bereit tiefer zu tauchen?


 

ZUM TIEFER TAUCHEN:


  • Psalm 121,4

  • Johannes 4,23-24

  • 1.Thessalonicher 5,17-18+23

  • Galater 5,17

  • Römer 12,2

  • Offenbarung 4,8

  • Jesaja 6,3

  • Psalm 119,164

  • Psalm 34,2

  • 2.Mose 33,15



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