Es liegt Kraft in dem Warten

Aktualisiert: 27. Juni 2019



Hand aufs Herz. Wir mögen warten einfach nicht. Wir beschweren uns über die um fünf Minuten verspätete Bahn und die 2 Tage Versandzeit von Amazon sind uns auch schon fast zu lang. Aber es sind nicht nur die oberflächlichen Dinge, die uns herausfordern. Wir tun uns schwer an bisher unerhörten Gebeten dran zu bleiben und für den von Gott versprochenen Ehepartner haben wir doch nun wirklich genug Geduld bewiesen. Dabei sind es vor allem die wertvollen Dinge, auf die es sich zu warten lohnt.


Wenn ich sagen müsste, was für mich das allerwertvollste auf dieser Welt ist, dann ist es die Gegenwart Gottes.

Denn in ihm, ´dessen Gegenwart alles durchdringt,` leben wir, bestehen wir und sind wir. Er IST das Leben und ohne ihn will ich nicht leben. Ohne ihn will ich nicht singen. Für ihn und durch ihn beten wir an. Und trotzdem geschieht es so schnell, dass wir unsere vorbereiteten Setlisten runterspielen ohne auch nur einen Moment anzuhalten, um ihm in die Augen zu sehen. Seine Stimme zu hören.


Es liegt etwas so Wunderschönes darin, Gott unsere ungeteilte Aufmerksamkeit zu geben. Es ist wie bei der Zeit mit meinem Mann: Wenn ich die ganze Zeit nur hin und her renne und versuche Dinge für ihn zu tun – möge es noch so gut gemeint sein – wird er mich fragen was denn los ist. Warum ich nicht mal entspanne, mich zu ihm setze und ihm in die Augen sehe. Ihm zuhöre. Mein Herz teile. Ich gebs ja zu:


Es liegt ein gewisses Risiko im Warten auf Gott.

Vor allem zusammen mit einer Gruppe von Menschen. Man hat als Leiter plötzlich nicht mehr unter Kontrolle was passiert. Man weiß nicht, wie und wann Gott kommen und sprechen wird. Das Potential nervös zu werden ist groß. Aber gerade deshalb will ich dir Mut machen, dich darauf einzulassen. Halte diese Spannung aus, mal eine Pause zwischen den Liedern zu lassen. Die Band kann ja auf gewissen Akkorden bleiben oder ein Pad weiter spielen. Der Anbetungsfluss muss dadurch nicht abreißen. Was geschieht ist aber Folgendes: Du entziehst dir und den Anwesenden die Möglichkeit, euch durch Singen von Gott abzulenken. Die meisten Leute werden sich wundern, warum nicht das nächste Lied kommt und nach Anweisungen vom Lobpreisleiter oder Pastor Ausschau halten. Lass dich davon nicht einschüchtern. Richte deinen Blick auf den Herrn und die Menschen werden dir folgen.


Wie verunsichert wir doch manchmal sind, wenn nichts passiert. Wenn alles auf uns und Gott reduziert wird.


Aber zu warten ist zu lieben. Geduldig zu sein ist Beziehung zu bauen. Auszuharren ist Bedeutung zu geben.

Das Warten auf den Herrn hat meinen Lobpreis für immer verändert. Es hat meine Anbetung in neue Tiefen geführt und mich sensibler gemacht für das, was Gott gerade tut. Mit anderen zusammen habe ich starke Durchbrüche erlebt, indem wir gemeinsam auf den Herrn gewartet haben und eben nicht einfach weitergehetzt sind. Weil ER angefangen hat zu leiten. Ich wünsche dir das Gleiche.


ZUM TIEFER GEHEN:


- Apostelgeschichte 17,28

- Apostelgeschichte 1,1-8

- Lukas 12,36

- Psalm 130,5

- Micha 7,7

- Jesaja 64,3

- Jesaja 40,31