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Interview mit Lara Neumann



Ich kenne niemanden, der so leidenschaftlich Lieder schreibt wie Lara. Ob alleine oder im Co-writing, auf deutsch oder englisch - Lara Neumann nutzt jede Gelegenheit um das zu tun, was ihr Freude macht: Zeit mit Gott am Klavier verbringen. Ihre Message: Lieder schreiben kannst du üben!


Hallo Lara! Stell dich gerne einmal kurz vor! Wer bist du und was machst du so?


Ich bin Lara - kreativ, neugierig, reisefreudig und lebenshungrig. Ich bin 38 Jahre alt, seit 16 Jahren mit meiner Jugendliebe verheiratet und zusammen haben wir drei Kids, alles Jungs. :) Wir reisen gerne mit unseren Kindern und haben schon längere Zeit mit ihnen im Ausland gelebt. Beruflich arbeite ich in einer logopädischen Praxis in Bayreuth und bin Lehrerin an einer Schule für angehende Logopäden.


Wie kamst du zum Musikmachen bzw. Lobpreisen?

Ich habe mit 13 Jahren angefangen in der Jugendband meiner Kirche zu singen. Damals war die Bühne für mich kein Wohlfühlort. Ich habe mich immer beobachtet gefühlt und so angefangen mit Augen zu zu singen, um mein Herz mit den Worten verbinden zu können, die ich singe. Mittlerweile geht das auch mit Augen auf (lacht). Obwohl ich jetzt seit 25 Jahren auf der Bühne stehe, ist mein Lieblingsort zu Hause mit Gott am Klavier. Es gibt nichts, was ich dort nicht mit Gott besprechen kann. Ein Ort, wo ich erzähle, frage, zweifle, zuhöre, abwarte, hinterfrage, bestaune, besinge und feiere. Als Jugendliche habe ich in Kansas City, USA gewohnt und im International House of Prayer (IHOP) gespielt, das hat mich für meinen weiteren Weg geprägt und gesegnet.


Du schreibst sehr viele Lieder! Wie hast du das gelernt? Hast du ein oder zwei Tipps für uns?


Ich habe damit angefangen Lobpreis am Klavier zu machen und dann die Bibel, wie ein Liederbuch aufs Klavier gestellt und meine eigenen Melodien zu den Texten verfasst. Das ist zu einem festen Bestandteil meines Songwriting Alltags geworden. Es hilft ungemein, dass man keinen writer’s block bekommt. Es geht in dem Moment nicht darum, ein ganzes Lied zu schreiben, sondern Freude am Lobpreis und der Anbetung zu haben, sich insbesondere von den Psalmen ermutigen zu lassen, transparent zu sagen, was man denkt und fühlt und Kreativität Raum zu geben. Gedichte, Filme, Predigten, Podcasts… alles kann einen inspirieren.


So gut! Und was machst du, wenn du doch mal eine kreative Flaute erlebst?


Ich hatte früher immer Sorge, dass die Gabe Lieder zu schreiben mich verlassen könnte wenn ich mal für ein paar Wochen keine Inspiration für neue Songs hatte. Mittlerweile kann ich sagen, dass Lieder schreiben einem Muskel ähnelt, den man trainieren kann. Ich probiere täglich zu schreiben, die Disziplin hilft einem im Fluss zu bleiben und gnädig mit dem Geschenk des Schreibens umzugehen. Sie hilft auch heilige Momente zu ergreifen, wenn sie kommen.


Wie balancierst du Familie bzw. Mamasein mit deiner Leidenschaft? Macht dein Mann auch Musik?


Meine Kinder kennen meine Leidenschaft und es ist für sie ganz normal, wenn ich nachmittags im Wohnzimmer Musik mache, sie lesen dann oder toben um mich herum, mein Jüngster bedient auch mal parallel zu meinem Klavierspiel die hohen Töne am Klavier. Wenn ich Co-writes plane, also mit anderen Künstlern schreibe, die vormittags nicht können, habe ich einen Babysitter für die Kinder da, wenn mein Mann arbeiten muss. Wir sind als Familie in einer Gemeindegründung, wo mein Mann und ich gemeinsam Lobpreis machen. Da er in der Regel die Kinder beaufsichtigt, wenn ich Lobpreis leite, bedarf es immer besondere Planung, wenn wir beide gemeinsam Lobpreis machen.


Wie begegnest du Gott durch die Musik? Fällt dir vielleicht ein spezifisches Erlebnis ein?


Ich nehme Gott auf ganz unterschiedliche Art und Weise im Lobpreis wahr. Ich würde auch sagen, dass sich das über die Jahre gewandelt hat. Als Jugendliche war ich unglaublich begeistert und habe die Freude häufig körperlich gespürt. Zur Zeit ist mir der Friede Gottes, der mir in seiner Gegenwart begegnet, ein großer Schatz. Beim Lobpreisleiten probiere ich den Impulsen des Heiligen Geistes zu lauschen. Ich werde immer wieder überrascht, wie er ganz natürlich übernatürlich handelt. Einmal bin ich in einem eher konservativen Rahmen dem Impuls für Heilung gefolgt und jeder konnte, wenn er wollte mit seinem Stuhlnachbarn leise oder laut beten. Am Ende der Tagung kamen so viele Leute und haben von einer körperlichen Berührung Gottes berichtet. Das hat mich sehr bewegt.


Wow wie schön! Was wünschst du dir für den Lobpreis in Deutschland?


Ich habe viele Jahre in einer „performance-orientierten“ Kirche gedient. Der Lobpreis war fest durchgeplant und konnte wenig Freiräume bieten. Somit geniesse ich es gerade, offen sein zu können um Lobpreis neuen Ausdruck zu geben und verschiedene Schwerpunkte setzen zu können. Unter anderem mache ich jetzt Lobpreis bei Kneipengottesdiensten mitten in der Innenstadt, wie auch in evangelischen Kirchengebäuden. Ich wünsche mir für den Lobpreis in Deutschland mehr Vielfalt. Ich persönlich liebe die Mischung zwischen Hymne und Worship, zwischen ganz alten und neuen Liedern. Es erinnert mich daran, dass so viele vor mir geglaubt haben und an der Hoffnung auf die Herrlichkeit festgehalten haben. Lobpreis und Theologie gehen Hand in Hand. Ich glaube, dass es gut tut, neue Bilder zu finden, die Gott beschreiben. Auch wenn ich fröhlichen Lobpreis liebe, finde ich es wundervoll herausfordernd nicht zu vergessen, dass ein Großteil der Psalme Klagelieder sind. Wenn Leid, unerhörte Gebete und Zweifel Raum im Lobpreis haben, ist dies nicht Schwäche von Glaubenden, sondern das Leben in seiner Fülle. Gott ist gerade dort zu finden! Ich wünsche mir Freiräume kreativ sein zu können und neue Dinge auszuprobieren. Die Faszination an Gottes Gegenwart hat keine Grenzen und die Wege Gott zu finden sind unzählbar.


Was ist deine Ermutigung an diejenigen, die gerne mehr Lieder schreiben würden?

Plant euch Zeiten ganz bewusst für’s Liederschreiben ein, am Anfang kann man mit 10 min starten. Singt mit den Psalmen. Lernt von anderen und investiert in euch selber. Ich habe z.B. diverse Songwriting Workshops online besucht. Man kann zu einem Thema, beispielsweise Vergebung auch ein Mindmap erstellen und erstmal alles sammeln, was einem dazu einfällt und den Text verfassen. Da gibt es kein richtig und kein falsch, man muss es einfach ausprobieren.

Super, vielen vielen Dank für die Ermutigung Lara!


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