Interview mit David Eversmann



David Eversmann aus Essen, ein junger Lobpreisleiter, den man unbedingt kennen sollte! Ich bin begeistert von diesem jungen Mann mit so viel Vision und Leidenschaft, aber seinem reinen und demütigen Herz. Sei gesegnet, während er von seinen Einsichten über Lobpreis erzählt.


Hey David, wofür schlägt dein Herz?


Erweckung. Erweckung in Deutschland.


Was ist Erweckung für dich?


Erweckung ist, wenn Menschen eine intime Beziehung mit Jesus haben, die von innen heraus ihr Leben tranformiert und sich auf ihr Umfeld und ihre Umstände auswirkt. Kurz: Aus Intimität mit Jesus den Himmel auf die Erde ziehen. Ich glaube, dass Lobpreis einer der größten Schlüssel in diesem Prozess ist, weil es der Ort ist, wo wir die Herrlichkeit Gottes anschauen und transformiert werden in sein Ebenbild.


Was für eine Rolle spielt Lobpreis in deinem Leben? Warst du immer Musiker?


Meine Geschichte mit Lobpreis hat angefangen, als ich 13 Jahre alt war. Zu dem Zeitpunkt spielte ich noch kein Instrument, aber ich hatte Lust in der Band für den Jugendgottesdienst zu sein, also habe ich mich gemeldet, dass ich Bass lernen werde. Ich habe am Anfang noch nicht verstanden, was Lobpreis ist, aber ich hatte Bock Musik zu machen. Einer der Momente, wo sich in meinem Leben alles veränderte, war als ich anfing Videos von Morningstar auf YouTube zu sehen. Ich erinnere mich noch an das Lied „Our Father“. Die waren so wild im Lobpreis, dass ich merkte, irgendetwas wissen die über Lobpreis, irgendwas kennen die von Gott, was ich noch nicht kenne. Und ich fragte mich, warum mein Lobpreis so anders aussah als bei denen. Gott hat mich in dem Moment auf eine Reise mitgenommen und mir einen Hunger gegeben herauszufinden, was Lobpreis ist und wer er ist. Und wie es aussieht, wenn wir ihn so anbeten, wie er es würdig ist angebetet zu werden.


Aber ist das nicht Typsache? Andere Kulturen beten vielleicht anders an.


Ich glaube wir haben Lobpreis auf das reduziert, was uns gefällt und nicht auf das, was ihm gefällt. Und Lobpreis ist Typsache aber Typ-Gottes-Sache und nicht Typ-Menschen. In einer Ehe muss der Partner ja die Liebessprache des anderen kennen lernen um zu wissen, wie sich der andere geliebt fühlt. Und ich glaube bei Lobpreis ist es dasselbe. Es ist eine Liebesbeziehung mit Jesus. Die Frage ist nicht: Was gefällt mir? Sondern: Was gefällt ihm? Nicht, wie fühle ich mich wohl und wie hat meine Gemeinde mir beigebracht Lobpreis zu machen, sondern was berührt das Herz von Jesus?


Und es berührt Gott, wenn man wild ist?


Es berührt Gott, wenn man wild ist, es berührt Gott, wenn man frei ist, es berührt Gott, wenn man ungezähmt ist, wenn man echt ist. Ich glaube, dass die Psalmen der beste Ort sind, wo wir lernen können, wie wir Lobpreis leben, der Gottes Herz berührt. Und David sagt immer wieder, wir sollen Gott mit ganzen Herzen preisen. Ich glaube, dass wir viel zu viele Teile unseres Herzens verschlossen halten, weil wir denken, sie haben im Lobpreis nichts zu suchen. Weil wir so gezähmt worden sind, dass Lobpreis brav ist. Dass wir, wenns hoch kommt, einfach nur aufstehen und mit unserem Kopf Lieder singen. Aber ich glaube das ist nicht das, was der Vater will, sondern er will unser Herz und alles, was da drin ist. Das ist auch emotional. Das ist keine Kopfsache.


Wie sieht für dich biblischer Lobpreis aus? Haben wir uns zum Teil Sachen angewöhnt, die nicht nach seinem Wort sind?


Eine der größten Lügen, die wir angefangen haben zu glauben ist, dass Lobpreis nur in meinem Herzen geschieht und nicht auch in meinem Körper. Die Wahrheit ist aber, dass jedes einzige Wort, das im Hebräischen für Lobpreis verwendet wird, irgendeine Komponente von Ausdruck beinhaltet. Ich glaube, dass sich Liebe immer zeigen muss. Keine gesunde Beziehung besteht daraus, dass man sagt, ‚aber ich liebe dich doch in meinem Herzen‘, wenn aber die Taten das nicht ausdrücken. Ich denke, wir müssen wieder lernen unser Herz und unseren Körper in Einklang mit dem Lied zu bringen, was der Geist in uns schon zu Jesus singt. Das bedeutet aber, dass wahrer biblischer Lobpreis immer einen körperlichen Ausdruck hat. Wir springen, wir tanzen, wir jubeln, wir klatschen, wir werden laut, wir werden wild, wir legen uns auf den Boden, wir kommen an den Ort, wo unser Herz über unseren Kopf hinaussteigt, wo wir uns verbeugen vor Gott. Es muss immer ausgedrückt werden.


Hast du einen Tipp wie wir darin wachsen können? Was hat dir denn geholfen, diese Art von biblischen Lobpreis zu machen?


Es ist ein Prozess, das Herz des Vaters kennenzulernen. Dass ich nicht juble, weil ich es in meinem Kopf verstehe, sondern weil seine Größe und Güte mich wirklich zur Dankbarkeit bringt. Und weil seine Hoffnung mich wirklich zum Tanzen bringt. Das kann uns niemand von außen beibringen, sondern wir müssen selbst das Opfer bringen, dass wir uns Zeit nehmen ihn kennen zu lernen. Ich fange oft so an, dass ich auf dem Boden liege und warte, bis ich ihn spüre, wie er den Raum betritt und ich eine neue Offenbarung bekomme, wer er ist. Und meine Reaktion ist, dass ich anfange wild durch mein Zimmer zu tanzen, zu jubeln und zu klatschen. Warum? Weil ich etwas Neues von ihm kennengelernt habe, was ich jetzt anbeten kann. Aber es braucht, dass ich Raum schaffe in meinem Leben. Um ihm Raum zu geben, sich mir vorzustellen.


Ist Lobpreis dann mehr eine Reaktion oder etwas, was ich aktiv mache?


Ich glaube es ist beides. Jeder Prozess in unserer Beziehung mit Gott ist ein Reifeprozess, wo wir uns von Sklaven zu Freunden entwickeln. Und ich kann nicht sagen, dass ich als ich angefangen habe Lobpreis zu machen, das aus Offenbarung oder Intimität gemacht habe, sondern einfach nur aus Gehorsam, weil ich wusste, das gehört so. Ich habe es sozusagen als Sklave gemacht, weil ich wusste, dass es richtig ist. Es ist gut, Dinge zu tun, weil sie richtig sind, aber ich glaube, dass wir nicht dort stehen bleiben sollten. Sondern wenn wir wirklich sein Herz kennenlernen, verstehen wir auch sein Motiv dahinter und warum wir das brauchen. Der nächste Schritt für mich war wiederum zu verstehen, dass ich Lobpreis brauche, um ihn besser kennenzulernen. Und wenn ich etwas von ihm kennen gelernt habe, dann merke ich, dass ich nicht nur Lobpreis brauche, sondern Lobpreis machen will.


Was ist die Bedeutung und die Kraft des gemeinsamen Lobpreises?


Christsein kann nicht alleine gelebt werden, weil es eine Familie ist. Wir können nicht getrennt vom Leib irgendetwas machen. Es ist immer vertikal und horizontal. Es geht immer um die Beziehung mit Gott und um die Beziehung mit Menschen. Und ich glaube, es gibt bestimmte Verheißungen für Lobpreis und Beziehung mit Gott. Das erste ist: ‚Geh in dein Zimmer, schließe die Tür und sei im Verborgenen.‘ Das ist einer der wichtigsten Orte. Aber dann gibt es auch: ‚Wenn zwei oder drei in meinem Namen zusammen sind, da bin ich mitten unter ihnen.‘ Uns wird eine neue Dimension seiner Gegenwart zugänglich, wenn wir mit verschiedenen Leuten zusammen kommen. Und dann gibt es noch die nächste Dimension: ‚Er thront im Lobpreis seines Volkes.‘ Und es gibt verschiedene Level von Herrlichkeit und von Gegenwart, die wir erleben können, ob wir alleine mit ihm sind, mit einer Gruppe oder sogar mit einem ganzen Volk. Und es sind andere Aspekte von ihm, die ich kennenlerne, wenn ich mit anderen Leuten zusammen Gott anbete.


Was ist dein Traum für den deutschen Lobpreis?


Dass wir wieder unsere eigene Stimme erkennen. Dass wir ein Stück weit wieder eine eigene Identität finden, wer wir sind. Und dass wir uns wieder trauen aus dem heraus, was Gott gerade in Deutschland macht, anzubeten und Lieder zu schreiben, die nicht von dem bestimmt sind, was in der Vergangenheit war, sondern von dem, was in der Zukunft sein wird. Ich glaube, dass in Deutschland Hymnen der Erweckung für Deutschland geschrieben werden in der nächsten Zeit. Und ich glaube, dass die Deutschen ihre Würde ablegen und in eine neue Dimension der Freiheit im Lobpreis treten werden, weil sie Menschenfurcht und das Versteifte loswerden. Weil sie die Angst loswerden Konventionen nicht zu entsprechen, Gemeindekultur nicht mehr zu entsprechen. Ich glaube, dass Gott gerade seine Braut wirklich frei macht von Gewichten und Lasten, die sie davon abhält in Freiheit vor ihm zu tanzen und anzubeten. Und dass ein neuer, eigener Klang in Deutschland entsteht, der das Herz des Vaters berührt.


Hat Gott dir prophetisch schon etwas gezeigt, was in Deutschland passieren wird? Was tragen wir als Nation denn?


Ein Bild, das mir Gott einmal in einer starken Begegnung gezeigt hat war, dass er den Malkorb von einem Löwen abnimmt. Er sagt: „Ich werde euch den Maulkorb abnehmen, euch das Gezähmte abnehmen und ihr werdet eintreten in eine Zeit von ungezähmten Lobpreis.“ Ich glaube, dass auf Deutschland eine ganz starke Berufung zur Leiterschaft liegt und dass unser Lobpreis eine Kraft trägt, Nationen anzuleiten und eine prophetische Richtung für Nationen vorzugeben. Und dass wir eine Salbung über die Grenzen von Deutschland hinaus. Es werden Lieder entstehen, die eine prophetische Richtung für Deutschland und Europa freisetzen werden, die eine neue Hoffnung gibt. Und ich glaube, dass eine neue Generation von Anbetern aufsteht in Deutschland, die den Lobpreis heraus aus den Wänden der Kirche tragen, hinein in die Straßen der Innenstädte. Und dass ein Klang, ein Duft der Gegenwart und Herrlichkeit Gottes freigesetzt wird an öffentlichen Plätzen in Deutschland und dass Menschen angezogen werden von diesen in Jesus verliebten Menschen.


Deine Ermutigung an Lobpreisleiter!


Das Größte, was ich lernen durfte war, dass es im Lobpreis nicht darum geht, was ich erlebe oder wie die Reaktion von Menschen ist. Sondern mein Ziel ist es, dass ein Wohlgeruch entsteht, an dem Gott sich erfreut. Mein Ziel ist das Lächeln auf dem Gesicht des Vaters. Egal ob vor tausenden von Menschen im Stadion oder alleine mit meiner Gitarre in meinem Zimmer - wenn ich eine Sicherheit darin aufbaue, dass der Vater Wohlgefallen an mir hat und dass er mein Lied liebt, ist jede Lobpreiszeit ein herrlicher Erfolg.

Ich erinnere mich an einen Moment, wo ich zurückgekommen bin nach Deutschland nach einem Jahr Bibelschule und das erste Lobpreisset in Deutschland geleitet habe. Es hat sich so entmutigend angefühlt, weil die Reaktion im Raum nicht dieselbe war, wie die, die ich jetzt ein Jahr lang erlebt hatte. Und ich bin rausgegangen und in dem Moment, wo ich mich in mein Auto setze, hat der Vater zu mir gesagt: „David, ich hab dein Lied geliebt.“ Und ich hab angefangen zu heulen, weil ich wieder ausgerichtet wurde auf das, was wirklich zählt. Und ich glaube, wenn das unser Ziel ist, dann ist jeder Moment im Lobpreis ein Erfolg.


Und genau das ist der Grund, warum wir anbeten! Danke, David, fürs Teilen!


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