Interview mit Amelie Scullion

Aktualisiert: 11. Juli 2019



Amelie ist Lobpreisleiterin der Ecclesia Church. Was ich an ihr besonders schätze sind ihre Leidenschaft und Freude, die sie auf und neben der Bühne authentisch lebt. Ich durfte mich mit ihr zusammensetzen und ein wenig über Lobpreis quatschen:


Amelie, du hast neben deinem schönen Namen auch noch eine starke Gabe des Lobpreises! Bevor wir aber über Gemeindelobpreis sprechen würde mich interessieren, wie dein Lobpreis im Privaten aussieht.


Man wird sich vielleicht wundern, aber Anbetung in meiner privaten Zeit sieht schon ein bisschen anders aus. Ich habe natürlich schon Zeiten, wo ich tanze, springe und einfach richtig laut singe. Aber das Singen ist gar nicht im Vordergrund, sondern es ist mehr, dass ich Gott in Worten groß mache. Und manchmal fallen mir keine Worte ein, dann starte ich mit Sprachengebet. Ich liebe diese Intimität, diese Liebe, dieses Sich-hingezogen-fühlen zu Jesus – einfach nur von Angesicht zu Angesicht mit ihm zu sein und vor ihm zu knien oder zu liegen und mein Herz anders auszudrücken als durch Gesang. Ich drücke ihm einfach aus, was ich für ihn empfinde. Oder ich bete die Psalmen durch. Es gibt einfach nichts Schöneres.


Mir geht es da ähnlich. Es muss nicht Gesang sein, weil der auch ablenken kann. Manchmal will man einfach nur mit ihm sein. Wie sieht denn deine Anbetung im Alltag ganz konkret aus?


Bei mir ist das immer morgens richtig gut. Ich liebe es aufzustehen, mir ein heißes Getränk zu machen und einfach mit Gott zu sein. Ich habe mir dieses Jahr vorgenommen, mir eine Stunde zu nehmen. Da mache ich dann ein bisschen Worship, lese ein Andachtsbuch und einen Bibelleseplan und tausche mich herzensmäßig mit Gott aus. Dann habe ich für jeden Tag einen Fokus für wen oder was ich bete, z.B. Montag für die Arbeit, Dienstag für Familie,... und da ich sehr gern rede, habe ich mir auch eine Viertelstunde eingeplant, um still zu sein und auf Gott zu hören und mir das dann aufzuschreiben. Weil ich sonst so schnell wieder vergesse, was er getan hat.


Jetzt bist du ja nicht nur privat am Anbeten, sondern singst jede Woche vor hunderten von Leuten. Wie leicht ist es dabei für dich, dich während des Lobpreises trotz der vielen Menschen und überwältigender Licht- u. Tontechnik auf Jesus zu fokussieren?


Für mich ist es nicht schwer mich auf Jesus zu konzentrieren, weil ich glaube, dass die ganze Tontechnik, Lichttechnik usw. eher dem ganzen Großen dient und unterstützend sein sollte und nicht manipulativ oder so eingesetzt werden sollte. Wir hatten es vor kurzem, dass unsere Lichttechnik komplett ausgefallen ist. Das war so cool und für mich echt ein Zeugnis, weil wir uns als Band spontan entschieden haben einfach weiter anzubeten, egal ob mit oder ohne Licht. Selbst wenn die Anlage ausfallen würde, muss man immer hochhalten, um was es eigentlich geht. Es gibt natürlich Leute, die sagen: Warum brauchen wir das ganze Zeug überhaupt? Das ist auch berechtigt. Auf der anderen Seite gibt es auch Leute, so kreative Köpfe wie meine Freundin, die es so richtig tief in den Worship geführt hat, den Beamerhintergrund zu sehen. Weil sie viel mehr in Farben denkt. Und wenn es so dienlich ist, dann freu ich mich darüber. Mich selbst hat es noch nie gestört oder abgelenkt.


Wenn du dann auf der Bühne stehst, bist du gefühlt einfach nur vor Jesus oder hast du eher die Aufgabe und Leute vor dir im Kopf?